Wer mit Astrid einen Ausflug macht ...

Astrid Stiefel • 23. März 2024

... der kann was erleben!

Irgendwie habe ich schlechtes Karma in Verbindung mit Technik. Vor jeder Liveschalte überlege ich, was geht heute schief. Mal kann ich nicht angerufen werden, weil es keine Telefonverbindung gibt, mal geht der Gimbal nicht und lässt den Kopf hängen, als ob wir Werbung für Viagra machen möchten. Sogar in El Gouna, als wir zur Schlagerparade eingeladen waren, war das Mikro zum Begrüßungssong von Mark und Jan defekt.


Wir sind ja unsere eigenen Autohuren. Das bedeutet, wir fahren das Auto, was gerade nicht vermietet ist. Und wenn alle vermietet sind, fahren wir Roller und Fahrrad. Andreas geht also zu unserem Tiggo und räumt den Kofferraum leer, weil das Fahrzeug ab morgen vermietet ist. „Soll ich das Überbrückungskabel drin lassen?“, fragt er mich. Seit meinem Erlebnis in den Bergen von Luxor, dass die Batterie überbrückt werden musste und ich nichts dabei hatte, möchte ich dieses Kabel gerne in dem Auto haben, welches wir fahren. Außerdem haben wir auch einen Kompressor gekauft, der einen platten Reifen wieder aufbläst, damit man wenigstens in die nächste Werkstatt kommen sollte. Also, rüber damit, in den Arizzo, der die nächsten Wochen unser privater fahrbarer Untersatz sein wird.


„Du fährst morgen nach Kairo!“, bestimmt Andreas einige Tage später. Wir organisieren ja Fahrten nach Kairo und Luxor, zu unseren Lieblingsorten. Und wenn wir nur zwei Personen Land und Leute zeigen dürfen, dann fahren wir mit unserem privaten Auto. Und ich liebe es, im Gewusel von Kairo zu fahren. Im Gegensatz von Andreas, der sich nach 10 Jahren immer noch nicht an die Ignoranz der Fußgänger gewöhnt hat, wenn sie die Straße überqueren. Außerdem wird von ihm der Rückspiegel, Blinker und das Rechtsfahrgebot vollkommen überbewertet. Damit er deshalb keinen Herzinfarkt erleidet, fahre ich nach Kairo, in die pulsierende 30 Mio. Stadt.


Ich warte im Schatten der Cheopspyramide, bis Nadja den Interessierten alles erklärt hat und zurück kommt. Ich starte unser Auto und – klick. Manchmal habe ich ja vergessen, den Automatikhebel auf „P“ zu stellen, doch dies war nicht der Fall. Ein erneuter Versuch gibt Sicherheit, der Motor möchte nicht anspringen. „Die Batterie!“, kommt die fachmännische Diagnose meines männlichen Mitfahrers Timo. Jetzt kann ich mit meinem Equipment glänzen. Ich gehe zum Minibus nebenan und frage den Fahrer, ob er mir bitte helfen kann. Natürlich macht er dass, besonders, weil ich das Kabel habe. Er fährt rückwärts neben mein Auto. Ich frage ihn irritiert, ob er seinen Motor hinten hat. Er lacht und macht die Fahrertüre auf und zeigt auf die Batterie im Fußraum. Er steigt aus, weil ein Stein als Marker vor den Toiletten steht, und will diesen auf die Seite tun. Da schießt der Toilettenbewacher her und verbietet ihm das. Jetzt haben wir erst einmal eine Ägyptisch/Deutsche Disskussion, dass der Fahrer mir nur helfen will. Nach kurzem Zureden der anderen Ägypter, erlaubt er, den Stein zu entfernen.


Die Überbrückung hier wird nicht so kompliziert gemacht, wie es in Deutschland beschrieben wird. Motorhaube auf, rot an rot, schwarz an schwarz, dasselbe bei ihm, starten, fertig. Genause wird das Kabel auch wieder, ohne System, entfernt.

Die Sache dauerte 5 Minunten, und wir können weiter auf den Parkplatz zur Sphinx fahren. Jetzt lasse ich den Motor vorsichtshalber an. Auf den Parkplätzen warten ja die ganzen Fahrer der Busse. Also gehe ich zu meinem „Kollegen“ und frage, wo ich eine Batterie kaufen kann. Gleich um die Ecke gibt es einen Laden.


Als Nadja, Timo und Andrea wieder kommen, fahren wir ganz langsam auf die Hauptstraße und halten die Augen auf. Das schöne in Ägypten ist, dass sich meist mehrere Händler zusammen tun. Also finden wir schnell einen Autohändler mit Reifen und daneben einen Batterienshop. Sofort wird unsere überprüft und uns erklärt, dass sie während der Fahrt nicht mehr lädt. Also eine neue kaufen. Wieder dauert das ganze maximal 10 Minuten, bis wir Garantiekarte bekommen und weiterfahren.


„Das könntest du in Deutschland vergessen!“, meint Timo. „Erst mal musst du einen offenen Shop finden, dann muss er die passensende Batterie haben, und dann zahlt man mehr als 80€!“ Ja, das Einkaufen ist hier schon kundenfreundlicher.

Am Nachmittag geht es zurück, Richtung Hurghada. Übrigens, gerade wegen der fehlenden, in Latein geschriebenen Richtungsschildern in Kairo, habe ich mich vor 10 Jahren entschieden, die arabische Schrift lesen und schreiben zu lernen.


Ich möchte meinen eigenen Rekord nach Hause brechen, und versuche dem Navi 30 Minuten der angegebenen Zeit abzunehmen. Wir planen deshalb nur eine kurze Zigarettenpause ein. Da höre ich ein Geräusch und kann es nicht zuordnen. „Ist über uns ein Militärhubschrauber?“


„Nein, du hast einen Platten!“, antwortet Timo von hinten. Ich bin so unsensibel, dass ich beim Fahren nichts merke, mache jedoch den Warnblinker an und fahre rechts ran. Tatsächlich, hinten rechts platt. Also hole ich stolz meinen Kompressor raus. Ah, da fehlt die Hälfte der Klammer, die an die Batterie muss. Da kann man sich helfen, mit dem Überbrückungskabel. Wahrscheinlich ist die unsensible Umwuchterei von einem ins andere Auto  doch nicht so gut. Besonders weil alles professionell in einer Plastiktüte eingepackt ist. Also mache ich die rote halbe Klammer mit der roten, ganzen Zange des Überbrückungskabel fest und siehe da, der Kompressor springt an. Aber der Reifendruck wird nicht mehr. Jetzt müssen wir wirklich den Reifen wechseln.


Das erste Fahrzeug, welches uns helfen wollte, haben wir schon weiter geschickt. Immerhin haben wir 17.00 Uhr, und alle wollen  während Ramadan pünktlich um 18.00 Uhr irgendwo zum Iftar sein. Timo ist jetzt ganz Gentleman und versucht, die Schrauben zu lösen. Die sind so fest zugedreht, das unser Gewicht auf dem Drehkreuz nicht reicht, die Schraube auch nur ein wenig zu lockern. Da entsteht natürlich die Disskussion durch Andrea, ob wir nicht vielleicht falsch herum versuchen, die Mutter aufzudrehen. Zu dritt stehen wir jetzt an dem Straßenrand und drehen in der Luft Muttern auf und zu. Wir kommen alle zu dem Ergebnis, nach rechts zu, nach links auf.


Ein weiteres Auto hält. Jetzt wird uns gezeigt, wie man das macht. Erst mal das Auto ein kleines Stück zurück, damit das Drehkreuz richtig waagrecht steht. Dann mit dem ganzen Körpergewicht drauf und leicht springen. So schaffen es die Männer gemeinsam, die Schrauben zu lösen. Um den Wagenheber richtig zu nutzen, glänzt jetzt Andra mit Logik. Der eine Teil des Drenkreuzes kann als Querstange beim Wagenheber genutzt werden, um so einfacher zu drehen und das Auto zu heben. Nach 30 Minuten ist das Ersatzrad dran und wir fahren zur nächsten Tankstelle, die in der Regel auch einen Reifenhändler und Ölservice, sowie eine Waschanlage hat. Kurz vor Ramadan kommen wir an.


Während wir Kaffee trinken, und ich die Storry in Facebook loswerden muss, wird der Reifen repariert. Wirklich teuer flickt er die drei Löcher! Wir fahren los und das Auto vibriert! Es ist nicht gut gemacht. Vielleicht ist es besser, das Auto mit Andreas zu wechseln? Nach 100 KM entscheiden wir, das Auto am El Gouna Checkpoint doch nicht zu tauschen, sondern auch die letzten 100 KM mit Vibration zu fahren.


Etwas erleichtert kommen wir in Makady an. Die Gäste bedanken sich, dass sie so auch was vom wirklichen Leben in Ägypten kennen lernen konnten. Die Hilfs- und Dienstleistungsbereitschaft ist man von Deutschland nicht gewohnt. Und da es erst halb 10 am Abend ist, bekomme ich auch noch zwei neue Reifen und die Spur eingestellt.


Ja, dafür lieben wir Ägypten.


Aber manchmal bin ich auch einfach nur zu blöd, das Auto richtig zu fahren. Heute kommt ein Mieter und ich lade wieder die Kabel und den Kompressor in das letzte Auto. Beim Rückwärtsfahren denke ich, „Was ist mit der Rückfahrkamera los? Sie zeigt nicht den Weg, sondern den Himmel?“ Ich mache mir weiter keine Gedanken. Vielleicht gibt es ja eine Rundumkamera? Als ich dann losfahre, piepst der Wagen. Ich schnalle mich an. Er piepst weiter. Ich schaue auf die Anzeige. Kofferraumdeckel ist noch offen! Da kann die Kamera natürlich nicht die Straße zeigen! Was würde Andreas jetzt sagen? Herr, schmeiß Hirn von Himmel!

Also, wenn ihr was erleben wollt, kommt mit uns mit!

von Andreas Diefenbach 6. April 2026
Alexandria – römische und griechische Kultur! Erst einmal waren wir wirklich froh, dass wir schnell und gut hinfanden. Am Eingang war ein Ticketverkäufer – bitäa el tazäkir! Ich dachte, nur fürs Auto das Parkticket, Andreas meinte, auch Eintritt. Wir stritten uns und Ina bekam mit dem Kopf beim verbalen Schlagabtausch fast einen Schwindel. Gott sei Dank waren die Autos vor uns jetzt fertig, sodass er uns jetzt fragte: "Ein Auto?", ich bestätigte, war ja nur noch unseres da. Wie viele Personen? Das ist die Antwort, die jeder Gast nach einer Tour Arabisch kann: 3 (telaeta) almaen! Tatsächlich wird in Alexandria noch sehr unterschieden, ob man Ausländer (egniby) oder Einheimischer (moaten) ist. Also auch aufpassen, wer ein Hotelzimmer bucht! Die günstigen Angebote sind für Ägypter!! Sonst ist Nachzahlen angesagt. Andreas freut sich, das er recht hatte! Wir wollten Parken. Tatsächlich dachten wir, der Parkplatz ist am Eingang. Wir parkten also vorne, wo die Familien picknicken, die Kinder mit Roller, Fahrrädern oder zu Fuß unterwegs sind, einige Fahrgeschäfte stehen und es eigentlich an einen Freizeitpark erinnert. Als wir dann zu Fuß den eigentlichen Eingang zur Parkanlage passierten, sahen wir, dass man da auch hätte Parken können. Dieser Park schließt direkt an das Hotel Helnan an. Venus thront über allen Marmorstatuen und während ich einen kurzen Film mache, schauen sich Ina und Andreas wirklich jede Statue an und googeln diese! Ich hoffte, wenn ich dazu käme, dann wären sie fertig! Aber nein! Wer ist der spanische Seefahrer dort? Und dann auch noch klugscheißen! Ach ja, das war doch in..., am... - keine Ahnung! Tatsächlich interessiert mich nicht wer, wo, wann, was gemacht hat! Die beiden machten sich jetzt auch noch ihren Spaß daraus, und vertieften die Sachlage noch mehr. Na gut. Sollen sie ihren Spaß haben. Ich steuerte auf die nächste Imbissbude zu und wollte Kaffee. Nein, Kaffee gibt es in Alexandria wohl nicht so viel. Erst bekamen wir keinen zum Frühstück, hier auch nicht. Also nehmen wir 3 Wasser. Wir fragen, wann der Park schließt. Entsetzt schaut uns der junge Mann an: Gar nicht! 24/7 hat dieser geöffnet! Wow! Nun, gestärkt gingen wir weiter. Also, zwischen dem, was im Internet steht und dem, was wir vorgefunden haben, war dann schon ein kleiner Unterschied! Vielleicht liegt es auch daran, das es Vorsaison war! Die eigene Website beschreibt ein Royal Greenhouse! Ja, wir haben das gefunden! Aber statt tropische Pflanzen war dort – nichts! Der Rosengarten hat wohl noch nicht die Blütezeit erreicht und die Statuen, ja, die waren da! Und das war auch der schönste Teil des Parks.
von Astrid Diefenbach 5. April 2026
Ich nenne es Doppelmoral, wenn bei einem Post über einen Ritt auf einem Kamel (besser, Dromedar) oder mit der Kutsche, ein Shitstorm der vermeintlichen Tierliebhaber ausgelöst wird, im Gegenzug jedoch bei der Frage nach einer Adresse für gute Kamelsteaks, hunderte von Restaurantempfehlungen kommen! Was läuft hier eigentlich falsch? Einfach nur Headlines der Medien aufgreifen um diese dann zu verbreiten, ist ja auch wirklich einfach. Wenn ich Statistiken im Netz finden möchte, wie viele Haushalte in Deutschland Haustiere halten, dann bekomme ich das sofort in mehreren Quellen! Jeder 2. Haushalt hat mindestens ein Haustier, übrigens haben nur jeder 4 . hat überhaupt ein Kind ! Wenn ich jedoch wissen möchte, wie viele Kamele die Ägypter halten, bekomme ich nur Schlagzeilen, welche gegen Kamelreiten in Ägypten Stimmung machen! So wurde das Internet gefüttert. Doch eines kann man auch nachlesen: In Deutschland werden die Haustiere immer mehr zum Familienmitglied oder sogar zum Partner- oder Kinderersatz, während in Ägypten ein Esel, Pferd oder Kamel ein Nutztier ist. Haustiere im Sinne des sozialen Kontaktes sind wenig verbreitet. Hier beginnt bereits der extreme Unterschied zwischen den Kulturen: Wie wird ein Tier in der Hierarchie der Lebewesen eingruppiert? Es bedeutet nicht, dass ein Hund artgerecht gehalten wird, nur weil er bei Regen einen Regenmantel bekommt, regelmäßig zur Pediküre und Maniküre gebracht wird und die Katze das Essen, mit Petersiliensträußchen dekoriert, bekommt. Im Gegenteil! Wie oft werden, vermeintlich arme Straßenhunde , mühevoll mit Impfungen vorbereitet , um in Deutschland einen neuen Besitzer zu bekommen, der vielleicht nicht mal einen Garten hat? Und viele dieser Tiere landen dann wieder im Tierheim, obwohl diese bereits aus allen Nähte platzen! Und man bekam keines dieser traumatisierten Hunde, weil man die Voraussetzungen einer artgerechten Haltung nicht erfüllen konnte. Das sind jedoch diejenigen, die sich als die größten Tierfreunde fühlen! Und diese Doppelmoral macht mich sauer Ja, ich gehörte zu den Menschen, für die das Tier in der Hierarchie der Lebewesen unter dem Menschen steht. Nein, ich möchte nicht, das Tiere gequält werden. Jedoch unterscheide ich schon zwischen einem Stockschlag, um ein Tier zum Laufen zu bewegen, oder einem Tier mit Absicht und weil man Spaß daran hat, zu quälen. Übrigens, ich bin noch mit Bauern groß geworden, wo man auch die Kühe mit Stöcken angetrieben hat und zu viele Katzenbabys ertränkt wurden. Niemand wäre auf die Idee gekommen, Katzen kastrieren zu lassen! Und diese vermeintlichen Tierschützer, die auf jeden Beitrag in Facebook mit Tieren mit einem Shitstorm reagieren, das sind dieselben, die täglich Eier von gequälten Hühnern essen, welche glücklicherweise nach 18 Monaten geschlachtet werden. Irgendwie muss ja der erhöhten Nachfrage für gesundes Hühnchenfleisch Rechnung getragen werden. Da haben es die Masthähnchen schon leichter, sie müssen nur 40 Tage ausharren, mit 23 Leidensgenossen auf einen Quadratmeter. Oder sind alle selbsternannten Tierschützer, die mich in Facebook beschimpfen und beleidigen, wenn ich Delphine gesehen habe, mit der Kutsche durch Luxor fahre oder die Kamele vor den Pyramiden filme, alles Vegetarier? Statistisch gesehen, kann dass nicht sein, denn es gibt nur 4% Vegetarier in Deutschland, die meist zwischen 15 und 29 Jahren sind. Vielleicht kaufen aber alle Biofleisch! Doch ich kann mir nicht vorstellen, dass ausgerechnet die 4% , die es sich leisten , bessere Lebensmittel zu sich zu nehmen, in Facebook unqualifizierte, polemische Kommentare abgeben. Zusammengefasst: Wenn Tiere als Familienmitglied gesehen werden, der Hund oder die Katze mit ins Bett darf, mit den Tieren wie mit Kindern gesprochen wird, das Tier zum Friseur gebracht, das Fell gefärbt wird und den Tieren Kleidung überzieht, um dann gemeinsam zu Abend zu essen, der hat tatsächlich eine falsche Vorstellung von artgerechter Haltung. Und wer schon meint, sich anmaßen zu können, wie man mit Tieren umzugehen zu hat, der sollte aufhören, Eier von Hennen zu essen, die trotz Bodenhaltung noch nie einen Sonnenschein sahen, Fleisch zu grillen, wofür ein Tier gezüchtet, nach 3 Monaten (Kälber) oder maximal 21 Monaten (Zuchtbullen) gequält und dann durch das Schlachten erlöst wurden. Oder lässt man sich den cremigen Barista immer noch so gut schmecken, wenn man weiß, dass dafür eine Kuh gekalbt hat, damit man das Junge zu Kalbsschnitzel verarbeitet und die Mutter die nächsten Jahre sportliche 25 Litern Milch täglich gibt. Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein! Dieses Zitat passt hier ausgezeichnet. Oder: Kehrt erst einmal vor der eigenen Türe, bevor ihr andere verurteilt! Ihr erwartet Toleranz? Beginnt damit, selbst tolerant zu werden!
von Astrid Stiefel 8. März 2026
Natürlich kennt man das Amigasyndrom, und natürlich befällt es nur die anderen! Es ist ein Ausdruck für eine ungleiche Partnerschaft zwischen einer Europäerin und einem Ägypter. Denn grundsätzlich ist die Voraussetzung einer modernen Beziehung, einen Partner in gleicher Augenhöhe zu finden. In einer traditionellen Partnerschaft sogar eher noch einen Partner, zu dem ich hochsehen kann und der mich „beschützt“. Ein Amiga-Partner ist nichts von beiden, sondern er ist ein Partner, der perfekt eine emotionale Abhängigkeit aufbaut und dann den Partner finanziell ausnutzt. Die Frauen sind dann shugarmommys. Das dies inzwischen zu einem „Bezness“, also einem Geschäftszweig, ausgebaut ist, weiß jeder aus Foren in Social Media. Dass jede Frau, die sich in einen Ägypter verliebt, unter dem AMIGA Syndrom leidet, wissen alle, nur nicht die Betroffenen. Nochmal: Sobald eine Partnerschaft in gleicher Augenhöhe, oder man kann zu dem Mann aufschauen, sich entwickelt und festigt, spielen die unterschiedlichen Kulturen, Sprachen, Einstellungen eine untergeordnete, jedoch nicht zu vernachlässigende, Rolle. Es geht nicht darum, dass man sich nicht in einen Ägypter verlieben darf, es geht darum, dass, wenn man sich in einen Mann verliebt, schnell herausfinden sollte, ob man mit ihm Probleme gemeinsam lösen kann und ob es genügend Schnittmengen an Erfahrung, Meinung, Bildung, Kultur und Interessen gibt. Je jünger und unerfahrener beide Partner sind, desto größer ist die Chance, dass man Gemeinsamkeiten hat und gemeinsam etwas aufbauen kann. Doch meist trifft es die „gebrauchten“ oder sogar „unbenutzten“ Frauen, weit über die 40. Sie erliegen schnell dem Charme eines Ägypters und das lange vermisste Gefühl, dass man begehrens- und liebenswert ist, und werden ganz schnell emotional abhängig. Und man macht dann auch sofort einen sogenannten Orfi, da außerehelicher Sex in Ägypten nicht erlaubt ist. Ich gehe jetzt nicht auf das Gesetz ein. Nur mein Hinweis: Nein, es ist nicht nur ein Papier, es ist ein rechtskräftiges Dokument, welches Folgen haben kann, dessen man sich im Coffeeshop, wo man dieses Ding machen kann, nicht bewusst ist. Und warum ist jetzt genau dieser eine ganz anders? Er will kein Geld! Nun, da kommt es darauf an, was man alles unter finanzielle Zuwendung sieht. Und, man sollte sich vielleicht auch fragen, würde sich dieser Ägypter gegenüber einer Ägypterin genauso verhalten? Und, würde ich in Deutschland so in eine Beziehung eingehen? Wenn ein Ägypter eine Frau kennenlernt und diese Heiraten möchte, dann hat er - Die Wohnung zu stellen - Ein geregeltes Einkommen nachzuweisen - Eine Mitgift den Brauteltern zu geben. Nein, ich spreche jetzt bewusst nur über die Voraussetzungen, die man braucht, um überhaupt akzeptiert zu werden. Wie ist es mit einer Europäerin? - Wer bezahlt die Wohnung? Ach, er kann sich keine Wohnung leisten, die den Vorstellungen entspricht? Keine Augenhöhe! - Wer bezahlt die Restaurantbesuche? Die Preise der Restaurants, in die wir gerne gehen sind zu teuer? Keine Augenhöhe! - Wer bezahlt die Flüge? Er sollte den Flug seiner angebeteten bezahlen, damit sie möglichst oft bei ihm ist! Macht er nicht? Nun, eigentlich schließt sich eine Fernbeziehung sowieso aus, das gibt es in Ägypten so gar nicht, außer der Mann ist im Ausland, um zu arbeiten. Es gibt keine vernünftige Fernbeziehung, wo einer in Deutschland und einer in Ägypten lebt. Das nennt man Urlaubsaffäre. Und wer das möchte, bitte. Aber es ist kein Partner! Und natürlich spielt das Alter auch eine Rolle! Oft sind die Ägypter so jung, dass es der Sohn oder Enkel sein könnte. Ja, dann kommt das Argument: Wenn ein Mann sich eine junge Frau nimmt, ist das in Ordnung! Es ist auch in Ordnung, wenn die Frau sich einen jungen Mann nimmt. Es ist nur schwer, in jungen Jahren als gleichwertiger Partner mithalten zu können! Und da sind wir wieder am Anfang: Er sollte eine Partnerschaft auf Augenhöhe sein! Wenn auch nur ein Kriterium nicht erfüllt wird, dann muss keine Frau meinen, dass ein Besuch bei der Familie echt herzlich ist und man in die Familie des Ägypters aufgenommen wird, als Ehefrau! Nein, man stellt einfach nur die neue Einnahmequelle vor. Andersherum, welche Frau würde denn in Deutschland einen Mann ins gemachte Nest kommen lassen? Und wenn man gemeinsam hier lebt, dann sollte der Mann die Lebensunterhaltskosten tragen können! Man kann dann, wie in Deutschland auch, „nos/nos“, also halbe/halbe machen! Und wenn das dann alles passt, sollte man nur noch auf eines achten: Du bist mein Visum! Diesen Satz sagen schon 15-jährige Ägypter, denn für Ägypter ist es nicht einfach, nach Europa zu reisen. Und leider ist es immer noch der Traum der meisten, dort zu leben. Wenn man also wirklich einen AMIGA hat, dann wird die Frau auf Händen getragen, ihr Geschenke gemacht und sie ist finanziell abgesichert, durch den Mann! Dann wünsche ich alles Gute!
von Astrid 24. Februar 2026
Das Visum ist ja schon für sich ein Streitthema. Jetzt, wo es tatsächlich ab 01.03.2026 auf 30 Dollar ( derzeit etwa 25,47 Euro ) offiziell angehoben werden soll, wird sich wieder aufgeregt. Eigentlich ändert sich für die meisten gar nichts. Die Reiseveranstalter schreiben sowieso in ihren Unterlagen, dass das Visum 30€ kostet und die, die an den Bankschalter gehen, auch sprechen auch meist von 25€. Und das der Preis irgendwann einmal erhöht wird, das habe ich persönlich schon seit Jahren erwartet. Immerhin ist der Wert des Euros in den letzten 10 Jahren um fast 30% gesunken, und das laut offizieller Statistik. Wofür bezahlt man die Gebühr? Erst einmal grundsätzlich für die Überprüfung eines Jeden, der das Land betritt. Und da sollte man den Sicherheitsstandard Ägyptens, und deren Kosten, nicht unterschätzen. Die vielen Checkpoints im Land, die Präsenz des Militärs und der Polizei und viele Handlungen im Hintergrund, die wir nicht sehen und nicht kennen, sorgen dafür, das Ägypten seit Jahren für Ausländer so sicher ist, das die Zahl der Touristen sich im letzten Jahr fast verdoppelt hat (fast 20 Mio). Die Einreiseinformationen in Verbindung mit der Scannung des Reisepasses geben so viele Informationen, das diese mit anderen Systemen direkt quer gecheckt werden. - Wie viele Ausländer befinden sich gerade in Ägypten (Einreise – Ausreise kumuliert) - Wo befinden sich diese Ausländer (Adresse) - Wie lange sind die Ausländer in Ägypten (Ein- und Ausreise) Hinweis: Jeder sollte sich darüber im Klaren sein, dass Ägypten dadurch jede Person kennt, die sich ohne gültiges Visum im Land aufhalten. Andererseits wird bei Check24 diese Einreisegebühr als Touristensteuer deklariert. Dann kann das Geld natürlich auch noch für die touristische Infrastruktur wie Straßenausbau oder Strandpflege eingesetzt werden. Und gerade der Straßenausbau wurde in den letzten Jahren extrem gefördert und macht dadurch die Ausflüge nach Luxor oder Kairo viel angenehmer und sicherer. Hinweis: Fast alle Städte in Deutschland erheben Touristensteuer in Form von Kurtaxe, Bettensteuer oder ähnliches. Dies wird im Hotel berechnet und beträgt, je nach Stadt, zwischen 0,5 € und 5€ pro Person und Nacht. Elektronische Einreisekarte Einige der Urlauber meinen, die Einreisekarten wären nie überprüft worden, da sie ja einreisen durften, obwohl sie keine korrekten oder unleserliche Angaben machten. Das stimmt nicht. Den auch das ist ein Grund, warum jetzt auf die elektronische Einreisekarte umgestellt wird. Die Fluggesellschaften übermitteln die Passdaten direkt nach dem Check-in nach Ägypten. Die Information, in welchem Hotel man eingecheckt hat, erfolgt natürlich über das Hotel. Hinweis: Jeder der mit Personalausweis einreist, muss weiterhin die Einreisekarte ausfüllen. Er erhält diese am Schalter mit dem Einreisestempel. Tipp: Wer ins außereuropäische Ausland reist, sollte dies immer mit einem Reisepass machen. Erinnert euch an die Corona Zeit, wo manch einer anders heimreisen musste, als er geplant hatte. W arum erheben Reiseveranstalter eine höhere Gebühr als das Visum offiziell kostet? Weil Dienstleistung ihren Preis hat. Man bezahlt im Restaurant für ein Cola auch mehr, als im Supermarkt. Die Reiseveranstalter wissen, wie unsicher Menschen beim Besuch eines fremden Landes sind. Und jetzt erinnert euch mal, als ihr das erste Mal nach Ägypten geflogen seid. Wart ihr nicht auch dankbar, das man direkt von seinem Reiseveranstalter in seiner Muttersprache an die Hand genommen wurde, und man euch beim Einreiseprocedere geholfen hat? Jeder, der diese Dienstleistung beansprucht, bezahlt diese in Form von eines höheren Visumpreises, der jedoch im Vorfeld durch die Reiseinformationen kommuniziert wurde. Wir haben das auch gemacht. Und deshalb finde ich es falsch , den Urlaubern direkt mit Bemerkungen wie: „Seid Ihr dumm, es steht doch überall, wie viel das Visum kostet!“, den Urlaubsstart direkt zu vermiesen und, für mich noch schlimmer, das Klischee zu füttern, man ist in einem Land, in dem man direkt am Flughafen abgezockt wird. Nein, es ist kein Abzocken. Es ist ein Angebot, den Urlaubern eine Dienstleistung zu erbringen, welches Geld kostet. Hinweis : Andreas ist da anderer Meinung als ich! Fazit: Reisen ist weder anonym noch ohne versteckte Kosten. Egal, wohin man fährt oder fliegt, man wird auch eine Art „digitales Bewegungsprofil“ hinterlassen und man wird zusätzliche Kosten haben, neben dem eigentlichen Hotelaufenthalt. Darüber sollte man sich im Klaren sein.
von Astrid Stiefel 31. Dezember 2025
"Du bist ein Freigeist", so hat mich eine liebe Freundin vor Jahren mal genannt und heute ist es mir spontan in den Sinn gekommen. Natürlich im Zusammenhang mit dem letzten Tag des Jahres 2025! Freigeister sind Menschen, die sich ihre eigenen Gedanken zu Themen, Situationen und auch Menschen machen, diese dann vertreten, unabhängig des Geredes anderer, Kurzfassung. Und ich mache mir heute mal Gedanken um andere Menschen. Um Menschen, die in mein Leben eingetreten sind, ohne dass ich sie direkt gesucht habe. Menschen, die den Kontakt suchen, weil sie irgendetwas von dir möchten. Das ist das natürlichste auf der Welt! Auch ich suche nur Kontakt zu Menschen, von denen ich irgendetwas möchte. Sonst gäbe es ja gar keine Motivation, bei jemanden anzuklopfen. Und oft machst du das bei wildfremden Menschen! Alle Menschen, die in der Dienstleistungsbranche arbeiten, also am Kunden, lernen täglich Menschen kennen, die in ihr Leben eingetreten sind, und sie in das der anderen. Und jeder dieser Menschen hinterlässt eine Spur! Mein Coach sagte mal: Man beeinflusst immer! Und das stimmt. Es sind oft nur kurze Momente, doch jeder weiß, die ersten Sekunden sind entscheidend, ob man sich mag oder nicht. Schon passiert es, dass man zu einer Eisdiele lieber geht als zur anderen. Nicht, weil das Eis besser ist, sondern weil man sich dort wohlfühlt. Dazu tragen natürlich auch die Menschen bei. Und man kann selbst bestimmen, ob man diese Menschen dann mehr Einblick in sein Leben gibt. Dann gibt es die Spezialisten, die man braucht, wenn man ein Problem lösen möchte. Früher hat man die „gelben Seiten“ aufgeschlagen, heute fragt man in den Social Medien nach Lösungen. Da hat sich der Spieß also gedreht: Nicht du suchst dir deinen Spezialisten, sondern die (vermeintlichen) Spezialisten melden sich zu Wort. Du musst nur noch sortieren. Das ist oft anstrengender und schwieriger, als früher aus den Werbeeinträgen zu unterscheiden. Schaut euch einfach die Posts an, bei denen jemand nach einem Ausflug fragt! Empfehlungen und Selbstdarstellung machen es schwer, einen Durchblick zu bekommen! Jeder dieser imaginären Menschen hinterlässt eine Spur. Trotzdem, einen wird man daraus kontaktieren und darauf hoffen, den besten für sich gefunden zu haben. Auch wir haben dieses Jahr wieder sehr vielen neuen Gästen unsere Wahlheimat etwas genauer zeigen dürfen und viele Freigeister kennengelernt. Denn durch unsere offensichtliche Art ziehen wir nur diese Menschen an. Es sind die täglichen Situationen, wo du neuen Menschen begegnest, und du für dich entscheidest, ob du jemanden etwas näher an dich lässt. Ich lasse ganz viele näher an mich ran, denn auch ich gehe ganz direkt auf fremde Menschen zu und versuche, dass sie mich näher in ihre keine Welt lassen, wenn ich das Gefühl habe, es sind interessante Menschen. Deshalb wäre es für mich eine Strafe, keine Kontakte mehr zu knüpfen, nur weil man dann natürlich auch Menschen näher an sich lässt, die sich dann als nicht kompatibel entpuppen. Nein, ich kann nicht immer entscheiden, wer in mein Leben tritt, aber ich entscheide, wie nah er an mich darf! Und es gibt ein paar Grundsätze, gegen die man nicht verstoßen darf. Diese haben sich aus meinen Erfahrungen ganz unbewusst entwickelt und entwickeln sich immer weiter. Und jeder hat so eine Art persönliche Pyramide. Ganz unten sind viele Menschen, die erst einmal grundsätzlich mit dir in Kontakt treten. Weiter oben sortiert man die aus, die „unsympathisch“ sind. Das macht unser Unterbewusstsein für uns und ich bin in der glücklichen Lage, diese Menschen konsequent aus meinem Leben sofort zu verbannen. Ich bin zu alt, um Zeit dafür zu verschwenden. Andreas sagt dann oft: „Aber das ist doch kein schlechter Mensch!“ Nein! Natürlich nicht. Ob uns jemand sympathisch ist oder nicht, hat gar nichts mit schlecht oder gut zu tun. Man kann ihn einfach nicht riechen, das ist keine logische Entscheidung. Nur meine Konsequenz daraus, erschreckt manchen. Noch weiter oben werden dann die aussortiert, die zwar erst einmal sympathisch waren, aber das „partnerschaftliche Gleichgewicht“ in Schieflage bringt. Sie ziehen zu viel Energie, ohne diese zurückzugeben. Früher sagte man, die sind vom Stamme „nimm“. Aber ich meine das nicht nur materialistisch, sondern auch idealistisch oder persönlich. Wer sich nur bei uns meldet, wenn er ein Problem hat, wer nur Einladungen annimmt, ohne selbst einmal einzuladen, wer sich Ideen klaut, ohne Ideen zu geben, egal in welcher Form, der wird aus meinem Leben verbannt. Das sind auch die Menschen, die uns nachahmen, auch wenn man das als Kompliment sehen sollte. Aber es sind keine Freigeister, sonst hätten sie eigene Ideen. Ganz klar bekommen diejenigen die rote Karte, die uns in irgendeiner Weise schaden. Auch da ist es unerheblich, ob materiell oder persönlich. Wer über uns redet, statt mit uns, wer falsche Informationen über uns verbreitet oder uns schlecht macht, der ist raus aus unserem Leben. Ganz klar, auch wir sind nicht Everybody's Darling! Auch wir sind vielen „unsympathisch“, was jedoch zur Folge hat, dass man uns gar nicht kennt! Schon ganz zu Beginn des Kontaktes aussortiert. Dann hat man auch keine Fakten, über uns zu lästern. Der Sympathie und Antipathie wird unbewusst gesteuert. Jetzt kommen wir schon ziemlich weit nach oben an die Pyramide. Die Freigeister, die mein Leben bunter machen. Mit denen man feiern oder weinen kann. Die dein Leben bereichern und denen du etwas gibst. Die für dich in irgendeiner Weise „Spezialisten“ sind. Das sind die, die man auch Freunde nennen kann. Auch da gibt es Zeiten, an denen es vorbei ist. Denn jeder Mensch macht eben täglich Erfahrungen, und manchmal schließen die einen die anderen aus. Das ist nicht schlimm. Man muss es nur erkennen und stoppen, wenn das Gleichgewicht nicht mehr passt. Ja, und wer ist denn dann an der Spitze der Pyramide? Ganz oben ist bei mir mein Lebenspartner, mein Schatz Andreas. Er ist der Mensch, der den Energiehaushalt auch für andere mit ausgleichen muss. Er hilft mir, meine Erfahrungen etwas objektiver zu sehen, weil er ja anders tickt als ich. Und manchmal haben wir auch andere Werte, dann hat man halt eine kleine Schnittmenge an Menschen, die nur mit einem zu tun haben. Wir sind ja Partner, keine siamesischen Zwillinge. Aber, auch wenn viele glauben, wir wären uns sehr ähnlich, ist es doch so, dass wir uns wie ein Puzzle prima ergänzen. Doch auch das verändert sich stets und man muss aufpassen, dass das Gleichgewicht bleibt. Man nennt das, an einer Partnerschaft arbeiten. Das tun wir! Mal Andreas mehr, mal ich mehr. Unsere Waage ist ausgeglichen. Und das ist schön. Jetzt fragt ihr euch, wo die Familie steht? Gar nicht in der Pyramide. Familie sind keine Freunde. Familie ist Familie. Wie sieht eure „Kontaktpyramide“ aus? Vergesst nicht: Ihr bestimmt, wer in eurem Leben eine Rolle spielt! In diesem Sinne wünsche ich allen einen guten Rutsch ins Neue Jahr!
von Andreas Diefenbach 12. Dezember 2025
Ich gehöre zu den Kreuzfahrern, die sich treffen und damit prahlen, wie wenige Minuten man das Schiff verlassen hat. Für mich waren deshalb die 15 Seetage kein Problem . Andreas dagegen möchte Land und Leute kennenlernen, deshalb haben wir auch alle Anlegeplätzen vorher gut studiert und gemeinsam sämtliche Ausflüge bereits gebucht. Start war in Kapstadt . Unser privater Transfer sollte am Flughafen mit stehen und uns mit unserem Namen auf Schild begrüßen. Wie in Ägypten kommt man also raus und ist überwältigt von den Fahrern, die auf ihre Gäste warten. Wir schauen jedes Schild an. Am Ende der Schlange kommen dann die privaten Taxifahrer, die ihre Dienstleistung anbieten möchten. Nein, hier wird nicht Deutsch gesprochen, aber auf Englisch versuchen wir allen klarzumachen, dass einer das große Los hat, uns zu fahren, der aber nicht da ist. Da kommt schon mal der Gedanke auf, ob er vielleicht einfach das Geld genommen hat und nicht kommt? Nein, wir möchten auch für 2 Tage keine SIM-Karte kaufen. Gott sei Dank gibt es auf den meisten Flughäfen kostenloses Internet, über das wir uns mit WhatsApp bemerkbar machen können. Zur Not kann man auch die Kosten für ein Telefonat in Kauf nehmen. Andreas hat Kontakt zur Transfergesellschaft aufgenommen. Ja, der Fahrer würde schon seit einer Stunde auf uns warten. Er machte einen markanten Treffpunkt aus und ich schaute die gefühlten 50 Schilder mit Namen nochmal an. Der Fahrer kam zum Treffpunkt. Er hatte ausgerechnet jetzt sein persönliches Bedürfnis stillen müssen, als wir ankamen. Alternativ hätte ich sonst doch bei TUI vor Ort nachgefragt, die waren nämlich schon ihre Gäste am Einsammeln. Early Check-in hatten wir gebucht, da wir bereits um 11.00 Uhr gelandet waren und gegen halb eins am Schiff eintrafen. Early Check-in bedeutet nicht, dass man schon in die Kabine kann, aber vor 15.00 Uhr bereits auf das Schiff darf, als Individualreisender. Tatsächlich gibt es Gäste die glauben, nur weil man eine Suite gebucht hat, kann man auf früher in die Kabine. Nein, alle Kabinen werden gleichzeitig freigegeben. Der Check-in war toll organisiert, wie gewohnt, wurde auch ein Foto von uns gemacht und ordentlich hatte ich sogar alle nötigen Papiere ausgedruckt dabei. Für die Kofferanhänger, die ich mit ausgedruckt hatte, habe ich sogar einen Tacker mitgenommen! So stand es in den Unterlagen. Die Kofferanhänger ausdrucken und dann am Koffer befestigen, damit er die Kabine findet. Und was bekommen wir? Einen Kofferanhänger! Ganz umsonst den Tacker mitgenommen! Jetzt dürfen wir unser Urlaubszuhause der nächsten 23 Tage betreten. Erster Gang ist natürlich zur Toilette. Das ist auch die erste Frage an einen Mitarbeiter. Eingang war auf Deck 2, Rezeption Deck 4 und dort befindet sich auch eine Toilette. Meist in der Nähe des Aufzuges. Wir stellen uns gleich an die Schlange an der Rezeption und freuen uns, als wir freundlich nach unseren Wünschen gefragt werden. „Wir wollen einchecken!“ Freundliche Antwort: „Sie sind bereits eingecheckt. Die Bordkarte befindet sich an der Kabinentüre, wenn diese um 15.00 Uhr freigegeben werden.“ Na gut, dann erkunden wir mal das Schiff, trinken was und schauen uns das Bordprogramm an, welches zu unserer Freude noch in Papierform an alle Neulinge ausgeteilt wurde und ab jetzt täglich in der Kabine liegt. Ich liebe Papier! Der erste Weg geht in die Außenalster, da man dort auch einen Raucherbereich hat. Wir freuen uns auf ein Hefeweizen, welches wir auch im All in Paket bekommen. So richtig in 0,5 l Weizengläsern! Und Andreas hat diese Bar auch gleich in sein Herz geschlossen denn, es gibt dort täglich Weißwürste mit süßem Senf und Käsekrainer! Wir haben unseren Lieblingsort gefunden. Natürlich postet Andreas unsere Entdeckung und natürlich kommt der bescheuerte Kommentar: Muss man auf einem Kreuzfahrtschiff Weißwürste essen! Ja, man muss! Und nicht nur wir, die das nicht täglich haben. Auch die vielen Gäste, die diese Köstlichkeit nicht bei ihrem Metzger bekommen, lieben die bayrische Spezialität. Und diejenigen, die sie beim Metzger bekommen, möchten sie nicht missen. Also für fast alle Gäste das Highlight! Dann starteten wir zum ersten Highlight der Reise, zum Tafelberg. Wir erkundeten also das Ein- und Auschecken schon mal. Den Weg zum Ausgang und dann zum Hafengebäude ist anders ausgeschildert als dann vom Hafengebäude wieder zurück. Und im Hafen gibt es WLAN, was natürlich gut genutzt wird sowie draußen bei den Bussen eine kleine Ecke ganz hinten, in der Rauchen erlaubt ist. Wir lernen eine Jenny Löscher, eine nette Deutsche kennen, die in Südafrika lebt und auch Ausflüge organisiert. Sie gibt uns den Tipp, dass wir unbedingt fast Tracking für den Tafelberg kaufen sollen. Das bereits erworbene Ticket könne man unkompliziert zurückgeben, da der Tafelberg oft witterungsbedingt geschlossen sei. So auch die letzten drei Tage, deshalb wäre heute besonders großer Andrang. Da wir den Sonnenuntergang erleben wollten, waren wir sehr dankbar für diesen Tipp. Am 2. Tag war unser erster gebuchter Ausflug über TUI. Schon immer wollte Andreas Weingüter von Südafrika sehen. Die Herkunft der Weine, die er jahrelang in der gehobenen Gastronomie verkauft hatte. Also entschieden wir uns für den Ausflug Stellenbosch. Der Ausflug startete um 12.30 Uhr. Also noch Zeit für die Außenalster und Kaffee. Andreas wollte noch mal in die Kabine. Wir verabredeten uns also vor dem Schiff. Gegen 12.00 Uhr machte ich mich auf dem Weg vor das Schiff. Ich traf Jenny nochmal und bedankte mich für ihren Tipp für den Tafelberg, weil alles so war, wie sie es geschildert hatte. Dank des fast Treckings konnten wir den Sonnenuntergang dort erleben. Es ist kurz nach 12.00 Uhr. Ich rauche noch eine. Es ist viertel nach 12. Wo bleibt Andreas? Ich schaue auf den Sitzen im Hafengebäude, denn dort gibt es ja WLAN. Ich bitte Jenny, ihm zu schreiben, weil ich gar kein Handy dabei hatte. Er liest es nicht. Es ist 10 Minuten vor Abfahrt. Ich gehe zu unseren Ausflugsbussen und frage, ob Andreas vielleicht schon ein gecheckt hätte. Nein. Sie fragen per Funk nach, ob er noch am Schiff sei und versuchen auf der Kabine anzurufen. Nichts. Ich bekomme die Auskunft, dass er um 12.10 Uhr das Schiff verlassen hatte. Ich gehe nochmal in beide Busse und rufe gaaanz laut: „Andreas!“. Nichts. Es ist kurz vor halb. Der erste Bus fährt ab. Ich schaue die TUI Mitarbeiter an. „Wie kann man bitte zwischen Schiff und Hafengebäude verloren gehen?“ Sie zucken mit den Schultern. Man würde noch 5 Minuten warten, dann müsse man fahren. Ja, was tun? Auf dem Schiff ist er nicht mehr. An den Bussen auch nicht. Beide nicht mitfahren, wäre ja auch blöd, nur weil er irgendwo ist. Gerade, als ich mich entschieden hatte, zur Not auch alleine zu fahren, kam die Nachricht, dass er gesichtet wäre. Da kam er und raunzt mich an: „Wo bist du? Wir hatten uns vorm Schiff verabredet, nicht vorm Hafengebäude!“ „Ja, aber das Hafengebäude ist doch auch vorm Schiff.“ „Aber hier ist doch kein Schiff! Ich warte..“ „... seit 12.10 Uhr!“, ergänzte ich, da ich ja genau wusste, wann er das Schiff verlassen hatte. Wir setzten uns in den Bus, der unseretwegen 10 Minuten zu spät losfuhr. Irgendwann während des Ausfluges sagte eine Frau zu ihm: „Hallo Andreas!“ Er fragte, ob er sie kennen sollte? „Nein, aber wir wissen doch alle, dass du Andreas bist!“ Ja, das war unser Start in unseren traumhaften Urlaub. Schnell bekannt wie ein bunter Hund.
von Astrid Stiefel 12. Dezember 2025
„Fahrt Ihr eigentlich auch in den Urlaub?“ Oft bekommen nicht nur wir, sondern allgemein Menschen, die in einer Urlaubsregion leben, diese Frage gestellt! Klar, auch wenn wir dort leben, wo andere Urlaub machen, haben wir nur unseren Alltag in der ewigen Sonne. Auch wir brauchen mal Tapetenwechsel – nicht nur in der Umgebung, sondern auch im Lebensrhythmus. Einen Rentner könnte man das eher fragen, denn der fährt ja nicht in den Urlaub, um sich zu erholen, sondern um die Rente in einem anderen Umfeld auszugeben. Aber da sind wir schon beim Punkt. 2400 Menschen auf begrenztem Raum von Tui Mein Schiff 6 . Was machen die da alle? Besonders, wenn man eine Tour mit 15 Seetagen bucht! Ich kann mich noch erinnern, wie ich Andreas überhaupt für eine Kreuzfahrt überzeugen musste! Er brachte alle Hauptargumente, die man so kennt: „Da werde ich seekrank, bekomme Platzangst und muss mir ein Schiff mit Tausenden anderen teilen.“ Seekrank : Indischer Ozean, arabisches Meer und der Pazifik sind wirklich Meere, deren Wellen so ein Schiff gut ausgleichen kann. Tatsächlich haben wir im Mittelmeer und an der Nord- und Ostsee schon starken Wellengang erlebt, wo man dann entweder eine Medizin gegen Seekrankheit nimmt, mit Alkohol gegensteuert oder einfach die Zeit im Bett überbrückt. Begrenzter Raum : Auch wenn der Platz eines Schiffes nicht auf einer Fläche, sondern auf mehrere Decks aufgeteilt ist, hat man oft mehr Quadratmeter zur Verfügung, als in einer Hotelanlage. Üblicherweise fährt ein Schiff nachts zum nächsten Hafen, sodass man den ganzen Tag die Möglichkeit hat, an Land zu gehen. Menschenmassen : Sammelpunkte von vielen Menschen sind auch in einer Hotelanlage oder bei Sehenswürdigkeiten. Wer keine anderen Urlauber treffen möchte, muss Individualurlaub in Privatunterkünften oder im Wohnmobil machen. Ansonsten macht man alles ein bisschen antizyklisch und findet somit immer ruhigere Ecken. Ich fange am Büfett auch immer mit dem Dessert an und besuche die Sauna zu Essenszeiten. Und das Argument „ Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit “, womit nicht Andreas konterte, aber bestimmt der ein oder andere Leser, thematisiere ich nicht, da Kreuzfahrtschiffe tatsächlich weniger als 1% der weltweiten CO2-Emissionen verursachen. Mein CO2 Fußabdruck durch eine Kreuzfahrt wird deshalb nicht bedeutend größer und die Welt dadurch nicht bedeutend schlechter. Dennoch gehört ein Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff in die Kategorie „Flop“ oder „Top“. Das heißt, entweder man ist begeistert oder man macht es nie wieder. Ein bisschen Kreuzfahrt geht nicht. Ich bin begeisterte Urlauberin auf einem Kreuzfahrtschiff, denn ich habe noch keine alternative Hotelanlage gefunden, die: - so professionelles Entertainment bietet, mit technischer Ausrüstung, das man glauben könnte, man ist in einem Theater oder einem Fernsehstudio; - eine solche kulinarische Vielfalt anbietet, dass wirklich jeder auf seine Kosten kommt, egal ob Fleischliebhaber, Fischesser, Vegetarier oder Veganer oder das Süßmäulchen. Sogar Andreas‘ Vorliebe fürs Büfett konnte in Einklang gebracht werden mit meiner Vorliebe für à la carte Essen, ohne einen Cent in einem der drei Restaurants auszugeben, welche nicht im all in enthalten sind; - solche hervorragende Sportangebote hat mit Trainings, die ich noch nie vorher kennengelernt hatte; - und last but not least, in welchem Urlaub kann man so viele Länder und Kulturen kennenlernen, wie auf einer Kreuzfahrt? Andreas teilt mit mir inzwischen die Begeisterung für Kreuzfahrten und ist über ein Reel auf die Werbung der ersten Adults only Kreuzfahrt gestoßen. Als er mir das zurief, war meine Antwort: „Buchen!“. „Wollen wir nicht erst mal schauen, wo hin und wann? Und ob es bezahlbar ist?“ Termin und Route passten und da wir mit einer Innenkabine gut klarkommen, war auch der Preis sensationell. Schon machten wir Nägel mit Köpfen und buchten im März für November. 23 Tage für 2300€ p. P. ist ein Schnapp. Flug mussten wir separat buchen, da wir sonst erst nach Deutschland fliegen hätten müssen, wobei sich das zeitlich fast nichts gab, aber das Risiko, den Flug nicht zu bekommen, größer war. Tatsächlich buche ich solche Urlaube immer noch klassisch über mein Reisebüro . Ich bin nämlich als Tourist das gleiche Greenhorn, wie alle, die zum ersten Mal nach Ägypten kommen. Birgit, die Inhaberin des Reisebüros, hatte alle meine Reisen in Deutschland seit 1985 bis zu unserer Hoteleröffnung 2007 gebucht. Auch wenn fast 20 Jahre vergangen sind, hat sie gemerkt, dass ich mich nicht geändert habe. Ich bombardierte sie per Mail mit denselben blöden Fragen, über die wir bei Ägyptenurlaubern den Kopf schütteln. Welche Kabine ist denn die beste? Man könnte ja den Schiffsplan anschauen. Wann muss ich denn meinen Restpreis bezahlen? Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Welche Visa brauche ich denn? I mmerhin habe ich schon mal eine Reise nicht antreten können, weil ich das Visum nicht hatte, und bei einer anderen beinahe nicht, wenn mich AIDA damals nicht angerufen hätte. Sie hatten bemerkt, dass ich bei dem Schiffsmanifest statt die Visumsnummer meine Passnummer eingegeben hatte. Wie komme ich vom Flughafen zum Schiff? Da wir individuelle Anreise hatten, kamen wir nicht in den Vorteil eines organisierten Schifftransfers von TUI, welchen ich gerne genutzt hätte! Mein Reisebüro übernahm für mich die Suche online und buchte mir einen Transfer und schenkte mir diesen sogar! In regelmäßigen Abständen erinnerte sie mich daran, was ich zu tun habe. Die App für Mein Schiff runterladen, das Visum beantragen, den Restpreis bezahlen, die Unterlagen sind jetzt im App, Unterlagen ausdrucken und mitnehmen, Ausflüge können jetzt gebucht werden. Ich liebe solche Dienstleister! Wie unsere Reise weiterging, erzähle ich euch gerne mit unseren Anekdoten! I
von Astrid Stiefel 16. November 2025
Ich widerspreche der subjektiven Erfahrung der Touristen ganz energisch, dass Mitarbeiter Trinkgeld lieber in Euros möchten, als in Landeswährung. Warum sollte er? Argument Nr. 1: Ich tausche die Münzen ja in Scheine Glauben Sie mir, ich wechsle Hunderte von Euros um in ägyptische Landeswährung ! Keiner fragt mich, in Euros zu wechseln! Im Gegenteil, ich bekomme auch Scheine in Fremdwährung, Dollar und Euros, und sie akzeptieren auch einen abgerundeten Kurs, nur um Geld zu bekommen, welches sie nutzen können! Es geht nicht darum, dass sie lieber Euros möchten, es geht darum, das man entsprechend des Wertes das Trinkgeld oder die Bezahlung in ägyptischen Pfund gibt. Da die Menschen sich so schwertun mit dem Umrechnen! 1 Euro ist derzeit etwa 56 LE! Jeder, der Sachen für 1 Euro verkauft, nimmt dafür auch 50 LE! Argument Nr. 2: Er kann dann zu einem besseren Kurs tauschen! 1. Münzen kann er überhaupt nicht tauschen. 2. Scheine darf er nicht in der Bank tauschen, da er gar nicht im Besitz von Fremdwährung sein darf. Also muss er diese schwarz tauschen, was neben dem Besitz auch strafbar ist. Wenn er diese am ATM tauscht, dann muss er seine Telefonnummer hinterlegen, auch da läuft er Gefahr, dass man ihn dafür ahndet. 3. Die harte Währung könnte er dann zu einem besseren Kurs tauschen, wenn er das Geld liegen lässt und erst nach einer weiteren Pfundabwertung eintauscht. Kein Angestellter kann auf das Geld verzichten. Er braucht es zum Leben! 4. Prinzipiell ist es Ägyptern verboten, Fremdwährung zu besitzen. Hinweis: Nur Firmen, die im Tourismus arbeiten, ist es erlaubt Fremdwährung anzunehmen. Bankgeschäfte sind in Ägypten bei Privatleuten nicht erlaubt. Dazu zählt auch das Wechseln! Jeder, der nur Angestellter ist und mit Fremdwährung erwischt wird, bekommt - Die Fremdwährung abgenommen - Eine Hausdurchsuchung und auch dort gefundene Fremdwährung wird konfisziert - Der Besitzer der Fremdwährung kann mit Gefängnisstrafe rechnen. Und noch etwas: Scheine in Fremdwährung, die beschädigt oder bemalt sind, werden auch von der Bank nicht gewechselt. Ein Kellner hat einen 100 Dollarschein als Zahlung angenommen und bekommt diesen nicht gewechselt. Fast ein Monatslohn ist für ihn jetzt in einer Währung, mit der er nichts anfangen kann! Wenn Sie also jemanden etwas Gutes tun wollen, dann wechseln Sie einfach an einem ATM Geldautomat Euros in Landeswährung oder ziehen sie mit ihrer Bankkarte heimische Währung. Da meistens 200 LE ausgezahlt werden, geben Sie halt jeden 2. Tag Trinkgeld. Wie hoch sollte das Trinkgeld sein? Immer wieder bemerke ich, wie unsicher sich die Gäste in puncto Trinkgeld sind. Wie mache ich das im Hotel? Was gibt man bei Ausflügen? Welches Trinkgeld ist beim Taxi angemessen? Gerne möchte ich hier ein paar Richtlinien als Hilfestellung geben. Allgemein Grundsätzlich ist Trinkgeld eine freiwillige Sache die einen besonders freundlichen Mitarbeiter besonders wertschätzt. Trotzdem sollte man nicht vergessen, dass gerade in Ägypten das Trinkgeld vom Arbeitgeber als fester Lohnbestandteil mit einberechnet wird. Hinweis: Der Mindestlohn beträgt derzeit etwa 6000 LE. Bitte rechnen Sie das jetzt nicht in Euro um, denn die Lebensunterhaltskosten sind natürlich hier auch anders. Der Mindestlohn soll für Sie als Referenzwert dienen, um andere Preise besser ins Verhältnis zu setzen. Wie auch in Deutschland wurden die Einkommen nicht entsprechend der Inflation angepasst, sonst wäre der Mindestlohn jetzt bei etwa 8000–10000 LE. Das ist auch die Summe, die ein Ägypter braucht, um einigermaßen gut über die Runden zu kommen. Deshalb ist man auf das Trinkgeld in jeder Branche angewiesen. Paradoxerweise bemerke ich immer wieder, dass Gäste vollkommen entsetzt über die geringen Löhne sind, trotzdem beim Trinkgeld knausern, oder sie wissen einfach nicht, was üblich ist. Trinkgeld im Hotel Es ist sehr schwer, für alle Hotelmitarbeiter eine brauchbare Formel zu geben. Es arbeiten so viele im Hintergrund: Reinigungskräfte, Wäscherei, Küche, Buchhaltung, Qualitätsmanagement... , wie eben auch in Deutschland. Oft steht an der Rezeption eine Tippbox, dessen Inhalt in der Regel mit allen Mitarbeitern aufgeteilt wird. Es ist auch von Hotel zu Hotel unterschiedlich, wie es gehandhabt wird. Ich kenne Hotels, da wird Taschenkontrolle gemacht, weil das gesamte Trinkgeld abgegeben werden muss. In den meisten jedoch gibt es für die verschiedenen Abteilungen Möglichkeiten, Trinkgeld abzugeben. Und natürlich wird das Personal mit direktem Kundenkontakt mit Trinkgeld bevorzugt, weil man einfach direkt von der Dienstleistung profitiert oder eben unzufrieden ist. Tipp: In vielen Hotels gibt es eine persönliche Begrüßung durch den Generalmanager. Fragen Sie ihn, wie es in dem Hotel gehändelt wird! Ansonsten plane ich mein Trinkgeld wie folgt: - 100 LE pro Paar beim Essen/Zimmer/Poolservice/Bar je Tag - Kofferboy/Toilettenreinigung/Masseur oder ähnliches 50 LE pro Dienstleistung - À la carte Rechnungen immer 10 % des Rechnungspreises - Trinkgeldboxen jede Abteilung 500 LE pro Woche oder 2500 LE in die Gemeinschaftsbox. Im Restaurant Es ist bei den Einheimischen üblich, dass immer derjenige, der den Tisch bestellt auch für alle bezahlt. Deshalb kann es zu Unstimmigkeiten kommen, auch wenn man bereits zu Beginn um getrennte Rechnungen gebeten hatte. Der nächste Unterschied liegt darin, dass die Aufgaben eines Kellners, im Vergleich zu Europa, hier in verschiedene Arbeitsschritte auf verschiedene Mitarbeiter aufgeteilt wird. Einer platziert, einer nimmt die Bestellung an, einer bringt die Speisen, einer räumt ab, einer kassiert und der niedrigste Rang säubert die Tische. Das liegt daran, dass man möglichst vielen Mitarbeitern Arbeit geben möchte. Die Mitarbeiter können sich jedoch entsprechend hocharbeiten. Eine weiterer, eklatanter Unterschied ist der Preis auf der Menükarte, der nicht wie in Deutschland ein inkl. Preis sein muss. Achten Sie immer darauf, ob in den Preisen 12% Service und 14% Steuern enthalten sind. Im Gegensatz zu Deutschland, wo es gesetzlich vorgeschrieben ist, „Inklusivpreise“ anzugeben, hat man hier den Spielraum, die Preise ohne Service oder/und Steuer auszuweisen. Da kann man schon mal erschrecken, wenn aus dem vermeintlich günstigen Restaurantbesuch ein relativ teurer wird, weil auf einmal 26% mehr bezahlt werden muss. Hinweis: Die 12 % Servicegebühr bedeutet nicht, dass die der Kellner erhält! Deshalb entbindet es den Gast auch nicht vom Trinkgeld. Die Servicegebühr ist für die Bezahlung des Personals, also für alle! 10% des Rechnungspreises ist als Trinkgeld angemessen. Sollte man die Toilette benutzen, bitte 50 LE nicht vergessen! Wie bezahlt man? Tatsächlich ist es in jedem Restaurant das gleiche Procedere. Man verlangt die Rechnung. Die Rechnung wird in einer Mappe oder einem Kästchen gebracht. Nachdem die Summe kontrolliert wurde, besonders wenn man eine Aufsplittung wollte, legt man dann das Bargeld zur Rechnung in die Mappe und gibt diese dem Kellner, der dann das Wechselgeld darin zurückbringt. Jetzt lässt man einen Teil des Wechselgeldes in der Mappe oder legt etwas dazu. Wenn man das komplette Restgeld als Trinkgeld geben möchte, dann gibt man einfach die Mappe direkt wieder zurück mit dem Wort „shukran“. Hinweis: Wer mit Kreditkarte bezahlt sollte trotzdem 10 % des Rechnungsbetrages als Trinkgeld in bar in die Rechnungsmappe legen, in ägyptischen Pfund. Achtung, die Kreditkartenlesegeräte haben inzwischen die Zahlentastatur verändert, damit niemand durch Beobachtung die Geheimzahl nachvollziehen kann. Bedeutet jedoch, genau auf das Lesegerät schauen! Trinkgeld bei Ausflügen oder Fahrten Auch hier heißt es, immer genügend 50 und 100 LE Scheine dabei haben. - Busfahrern/Bootscrew gibt man auch zwischen 50 LE und 100 LE - Fahrern bei privaten Tagestouren gibt man 200 LE pro Person/Tag - Reiseführern gibt man zwischen 250 und 500 LE pro Person/Tag - Toilette 20 - 50 LE - Taxi 10 LE pro KM plus 10-20% Trinkgeld, je kürzer die Strecke, desto mehr prozentual. Ich hoffe, mit meinem Beitrag ein bisschen die Unsicherheit bezüglich des Trinkgeldes genommen zu haben. Übrigens, auch zu viel Trinkgeld ist nicht gut, denn dann wird die Erwartungshaltung aller höher. Trinkgeld ist und bleibt ein freiwilliges Geben für freundlichen und umsichtigen Service.
von Astrid Diefenbach 10. November 2025
Provokant! Ägypten hat keine gute medizinische Versorgung – Europäer werden vom Arzt abgezockt! Egal, ob in den Sozialen Medien oder Berichterstattungen im Fernsehen , Ägypten machte Schlagzeilen mit überhöhten Ärzterechnungen. Die Ägypter meinen, die Touristen wären die Melkkuh und die Europäer glauben, die ärztliche Behandlungen der Pharaonen wären besser als heute im Krankenhaus. Woher kommen diese Meinungen? Ist es überall so? Was kann ich machen? Erst einmal ist es für jeden Urlauber eine Horrorvorstellung, in einem fremden Land, in dem man die Sprache nicht spricht, ärztliche Hilfe zu benötigen. Gerade heute kam ein Hilferuf einer jungen Influencerin, die vom Kamel gefallen war und sich die Ferse gebrochen hatte. Sie hat wirklich jeden Schritt live übertragen. Und als sie für die OP vorbereitet war weinte sie bitterlich, weil sie Angst hatte, dass man ihr die Organe entnehmen würde. Eines ist ganz klar: Ägypten möchte eine gute Reputation und gerade der Tourismus und die Urlauber stehen da ganz klar im Fokus. Es wird alles getan, um Hilfe zu bieten und jede Kriminalität zu kontrollieren und zu vermeiden. Und die privaten Krankenhäuser leben vom Tourismus. Nein, es ist kein Fall bekannt, wo auch nur einen Ansatz eines Vorwurfes in dieser Richtung gäbe. Das Risiko ist übrigens immer gegeben, nicht nur bei Ausflügen. Wie schnell kann man am Pool ausrutschen, sich in der Sonne verbrennen oder am Strand in eine Muschel treten? Und dann muss man rationell handeln. Andreas hatte vor Jahren e inen Autounfall in Ägypten. Sofort waren viele Ägypter da, die ihm halfen. Man brachte ihm sein Handy und seinen Geldbeutel, die auf der Straße lagen. Man rief sofort einen Krankenwagen an. Trotzdem musste er natürlich irgendwie mich verständigen. Da er gerade Weißwürste von einem Gast abgeholt hatte, rief er als Erstes unseren ägyptischen Freund an, der sich um das Auto kümmern sollte und mich informieren sollte. Dann wurde er gefragt, in welches Krankenhaus er gebracht werden wollte. Hinweis : NIEMALS ohne Auslandskrankenreiseversicherung mit Rücktransport verreisen! Und vor dem Urlaub sollte man sich die wichtigsten Daten auf ein Kärtchen schreiben und im Pass oder Geldbeutel immer bei sich tragen mit folgenden Infos: - Persönliche Infos wie Name, Hotel, Telefonnummer, Person, die informiert werden soll - Gesundheitliche Infos wie Vorerkrankungen, Blutgruppe, Dauermedikation, Allergien, - Versicherungsrechtliche Informationen wie Versicherungsnummer, Kontaktdaten Tipp : Erkundigen Sie sich vorher , welchen Arzt oder welches Krankenhaus sie konsultieren können! - Kooperationsärzte der deutschen Botschaft finden Sie für ihre Region auf der Seite der deutschen Botschaft In Hurghada ist das Frau Dr. Nadia Chenouda - Erkundigen Sie sich vorab bei Ihrer Auslandskrankenversicherung , welche Vertragskrankenhäuser es in ihrer Urlaubsregion gibt. Jetzt kommt das fehlende Vertrauen zur medizinischen Versorgung. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich sofort bei der Versicherung angerufen habe und meinte, man müsse Andreas sofort nach Deutschland fliegen und dort behandeln. Da wurde ich ganz schnell eines besseren belehrt! - Erst mal wird die Diagnose benötigt - Sollte die medizinische Versorgung dafür Vorort vorhanden sein, wird er am Urlaubsort behandelt - Sollte das nicht der Fall sein, braucht man eine medizinische Bescheinigung, dass man flugtauglich ist. Dieses Fit for Fly wird in Hurghada vom Nil Hospital oder AMC ausgestellt. Andreas wurde vor Ort behandelt. Und das war auch gar nicht dramatisch. Vielleicht ist der erste Eindruck eines Krankenhauses hier nicht so steril wie in Deutschland, dafür viel menschlicher. Hier herrscht kein Pflegenotstand. Es kommt auch vor, dass Urlauber aus dem Flugzeug steigen und ins Krankenhaus müssen. Man kann dann sogar mit der Familie im Krankenhaus wohnen, wenn man das möchte. Es ist zwar kein Hotel, doch man bekommt Essen und darf den Kranken immer besuchen. Natürlich gibt es hier sehr gut ausgebildete Ärzte. Vielleicht überlegen Sie einmal, wie viele Ägypter bereits in Deutschland praktizieren. Sollte ein Spezialist gebraucht werden, so wird dieser von Kairo eingeflogen. Es gibt hier Dialysezentren, man muss weder auf Röntgenbilder noch MRT warten und Labore haben wir auch. Viele Krankenhäuser beschäftigen inzwischen Mitarbeiter aus verschiedenen Nationalitäten, damit man keine Verständigungsprobleme hat. Und dann sind wir schon beim nächsten Thema: Und dann sind wir schon im Thema. Die Versicherungen übernehmen bis zum 3,5 -fachen Satz für Privatpatienten die Kosten. Dazu gehört natürlich auch Erstgespräch, Behandlung, eventuell Hausbesuch, Transportkosten, Dolmetscher ... . Keiner von uns weiß, wie hoch diese Kosten wirklich sind und was abgerechnet werden darf. Problematisch wird es, wenn die Rechnung nicht detailliert genug dokumentiert wurde und deshalb die Versicherung die Höhe der Kosten nicht übernimmt. Und natürlich wird der Arzt das Maximum des Möglichen abrechnen, denn er geht davon aus, die Versicherung wird es bezahlen! Die Melkkuh ist deshalb nicht der Tourist, sondern die Versicherung. Und diese haben in der Regel ausgewählte Ärzte oder Krankenhäuser des Vertrauens, die man vorher erfragen sollte! Und dann ist da noch das Problem, dass der Mensch dazu neigt, immer mehr zu wollen. Ich hatte einmal einen Angestellten, der ab und zu falsche Belege über die Hauskasse abrechnete. Da niemand kontrollierte, also ich, wurde das immer mehr. Bis ich dann dahinter kam, wurden monatlich etwa 2000€ von ihm entnommen. Natürlich ist das eine Straftat, jedoch habe ich zu wenig kontrolliert um das ganze direkt im Keim zu ersticken. So ist das auch mit den Abrechnungen bei Krankheiten. Wenn ich die Summe bekomme, und auch Erhöhungen akzeptiert werden, versucht der Arzt das bei jedem. Tipp: Inzwischen gibt es sogar schon von den Versicherungen Apps , die einen Arzt oder ein Krankenhaus empfehlen oder sogar eine Hotline haben. Gehen Sie direkt in ein Krankenhaus und bleiben Sie dort 24 Stunden, dann kann direkt mit der Versicherung abgerechnet werden. Angst hat man, wenn man sich in einer Situation befindet, in der man nicht agieren kann. Mit Vorbereitung kann man dieses Risiko im Falle einer Erkrankung enorm minimieren.
Kleider machen Leute Vorurteile
von Astrid Stiefel 10. November 2025
Tatsächlich glaubt man, dass wir am Kleidungsstils des Gegenübers schon einiges über sein Leben wissen und in Schubladen stecken können. Natürlich ist das Tragen eines Kopftuches absolutes Zeichen der arabischen Unterdrückung, Demütigung, Frauenfeindlichkeit und Unselbständigkeit. Dagegen ist die Hotpants mit bauchfreiem Oberteil, möglichst mit Spaghettiträgern, das Zeichen der europäischen sexuellen Freizügigkeit, der Selbstbestimmtheit, der Freiheit und Selbstständigkeit. Woher kommt es, dass man Menschen „vorverurteilt“? Es ist ein Automatismus unseres Gehirns, Menschen in Schubladen zu stecken. Die Schubladen entstehen durch Erfahrungen. Und wenn wir öfter eine Erfahrung mit demselben Typus machen, dann stecken wir automatisch Menschen, die diesem Typus entsprechen, in diese Schublade. Und wenn wir dann alle in diese Schublade stecken, also globalisieren, dann ist das Vorurteil perfekt. Und wenn wir dann nicht mehr hinterfragen, wird aus diesem Vorurteil eine vermeintliche Tatsache. Übrigens, ich bin ein bekennender Schubladen-Mensch! Da mein ganzes Leben darin besteht, neue Menschen kennenzulernen, ist es für mich einfacher, diese einzugruppieren. ABER – Ich lasse sie nicht in der falschen Schublade, wenn ich merke, dass sie dort nicht hinpassen. So werden meine Schubladen immer mehr, weil sie immer differenzierter werden. Und ich gehe trotzdem „neutral“ in ein Gespräch. Also, nehmen wir mal die Frau, die für uns wie eine typische Muslima aussieht. Mit wie vielen gecoverten Frauen, also Muslime mit Kopftuch, habt ihr denn schon aus Ägypten gesprochen? Ja, es gibt auch innerhalb der arabischen Länder vollkommen unterschiedliche Muslima. Und ich habe ja auch immer zu Andreas gesagt, dass ich nie in ein muslimisches Land gehen würde. Heute überlege ich, was mich dazu bewogen hatte, denn ich lebe jetzt seit 12 Jahren hier glücklich. Meine Erfahrung in Deutschland war eher mit Türken. Wohlgemerkt Männern! Beruflich hatte ich einige Erlebnisse, dass männliche Türken einfach nicht mit Frauen als Vorgesetzte klarkamen, ich war jedoch deren Chefin. Als einer meiner Mitarbeiter lieber mit meinem männlichen Auszubildenden sprach, als mit mir, war für mich klar: Nein, ich stelle keine Türken mehr ein. Diese Erfahrung paarten sich mit Medienberichten, Erfahrungsberichte von Freunden und schon war die Schublade da: Alle Muslime sind frauenfeindlich und im Umkehrschluss werden alle Muslimas unterdrückt. In Ägypten haben wir ja die Autovermietung von einem deutschen Ehepaar abgekauft, die wieder zurück nach Deutschland sind. Mit der Firma auch eine ägyptische Mitarbeiterin. Wir hätten sie dringend gebraucht, um eine Unterschrift zu leisten für unser Unternehmen. Sie war vom Erdboden verschluckt. Nach etlichen Monaten, ich glaube, es war sogar ein Jahr, meldete sie sich und entschuldigte sich. Sie sei jetzt verheiratet und lebe in Kairo. Wir baten um die Unterschrift, wenn sie das nächste Mal in Hurghada sei. Sie meldete ihr Kommen an und fragte natürlich, ob sie ihren Ehemann mitnehmen durfte. Natürlich! Jetzt machte ich mir richtig Sorgen um sie. Ist sie zwangsverheiratet worden? Sie darf bestimmt nicht ohne Zustimmung ihres Mannes aus dem Haus, geschweige denn, sich mit Europäern treffen. Und wenn sie sich nicht unterwirft, wird sie geschlagen. Wir trafen uns in einem Café. Sie hatte ihr buntes Kopftuch um, ihr Mann bestellte Whisky Cola. Wir begrüßten uns herzlich. Da die beiden sehr locker mit sich umgingen, wagte ich die Frage: „Warum habt ihr geheiratet?“ Fragezeichen in den Augen. „Weil wir uns lieben?“ „Wo habt ihr euch denn kennengelernt?“ „Bei der Arbeit!“ Jetzt erzählte ich meine Gedankengänge. Die beiden kamen aus dem Lachen nicht mehr raus und ihr Mann meinte „Endlich weiß ich, wie ich die zu behandeln habe! Ich sperre dich ein und schlage dich!“ Übrigens, sie trug das Kopftuch nur in Hurghada, wegen der Eltern. Inzwischen gar nicht mehr. Ja, und dasselbe gilt natürlich für die vielen ägyptischen Mitarbeiter im Tourismus. Sie sehen Frauen im Bikini, im Minirock und bauchfrei. Sie wissen, dass in den westlichen Ländern vorehelicher Sex erlaubt ist, hier nicht. Auch hier mischt man eigene Erfahrungen mit Sachen, die man aus den Medien kennt und von Freunden hört und schon ist der Stereotype „Alle westlichen Frauen laufen halb nackt rum und wollen Sex!“, geboren. Nun, Tatsache ist, dass wir in der Regel uns so kleiden und geben, dass wir anderen, speziell dem anderen Geschlecht, gefallen. Es liegt einfach in der Natur, dass man sympathisch auf andere wirken möchte und der Neandertaler in uns ist auch noch auf der Suche des richtigen Paarungsobjektes. Ich kann mich noch erinnern, wie ich in der Disko auf der Tanzfläche stand, enge Satinhose, rote durchsichtige Bluse. Und wenn dann das UV-Licht angemacht wurde, sah man nur noch meinen weißen BH leuchten. Damals trug ich den BH eigentlich nur, um zu zeigen, dass ich schon in der Pubertät war, nicht, weil er was halten musste. Also flog er auf der Toilette sofort in die Handtasche. Tatsache ist auch, dass hier genau dieses Verhalten durch Galabea und Tuch unterdrückt wird. Der Partner soll nicht nach Aussehen, sondern nach inneren Werten gewählt werden, was übrigens voll gegen unseren Neandertaler spricht, aber vielleicht sogar sinnvoller ist. So, und jetzt setzt euch mal an den Strand und schaut, wer mit der Strandkleidung wirklich noch Chancen hätte, sein Paarungs-Pendant zu finden? Bikini, wo die Hose nicht gesehen wird, weil entweder der Strick der Hose in der Kimme verschwinden (ich finde Strings gehören verboten, dann geht man halt an den FKK Strand, aber nicht in Ägypten) oder die Hose verschwindet unter der Bauchschürze. Bei Männern finde ich die engen, kurzen Badehosen aus den 70ern auch eher abtörnend und ein T-shirt, der den Bierbauch etwas verdeckt, fände ich manchmal auch praktisch. Dann übertragen viele den Sonnenschein und das Urlaubsfeeling von Hotelstrand auf ganz Ägypten. Doch, nur weil es heiß ist, bedeutet das nicht, dass man überall mit Strandkleidung rumlaufen kann. Und Strandkleidung ist nicht nur Bikini, sondern eben auch Shorts und leichte Oberteile, bei Männern das beliebte Muskelshirt. Und wie der Name "Strandkleidung" schon sagt, damit laufe ich am Strand rum, die Shorts sind für die Strandbar gedacht, und nicht im Supermarkt, oder für mich der Supergau, auf einer Sightseeingtour. Übrigens: In der Regel nehme ich mit unpassender Kleidung niemanden mit, nicht mal in die Senzomall. Und dieser Dresscode gilt nicht nur für Ägypten oder einem muslimischen Land, nein, der gilt auf der ganzen Welt, sogar in Deutschland! Wir haben einen Werteverfall, auch bezüglich der Kleidung! In den Kölner Dom geht man auch nicht mit Spaghettiträgern! Es ist nur ein kleiner Denkanstoß über Kleidung und Vorurteile. Doch vielleicht regt es ein bisschen zum Nachdenken an und auch zum diskutieren. Und hier in Ägypten kann man es sich mit Kleidung wirklich einfach machen: Kauft eine Galabea und ihr seid immer passend gekleidet!